Marco Di Sapia

Marco Di Sapia

The way to the opera singing

“Born in Genoa and raised in Rome” is the usual beginning of my résumé. I grew up bilingual with an Italian father and a German mother and attended the German School in Rome. There I joined the school’s drama group relatively early on, and it soon became clear to me that I would embark on an artistic career after school.

Noch zu Schulzeiten ließ ich mich in einer privaten Schauspielschule in Rom ausbilden, drehte nach dem Abitur bereits zwei Filme und hatte bis dahin in fünf verschiedenen Theaterproduktionen mitgewirkt.

 

Das Singen

Nach jahrelanger Teilnahme im Schulchor schlug mein damaliger Chorleiter aufgrund meiner stimmlichen Qualitäten vor, ich solle doch Gesang studieren. Diese Idee war mir bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich noch nie durch den Kopf gegangen, begeisterte mich aber sehr. Ich sprach mit meinem Theatergruppenleiter, einer wichtigen Bezugsperson für mich, der mich ermutigte, diesen Schritt zu wagen.

In dem Jahr (September 1997) lebte mein Vater aus beruflichen Gründen in Wien. Und so beschloss ich, ihn zu besuchen und mich gleichzeitig für die Aufnahmeprüfung für das Fach Sologesang am damaligen „Konservatorium der Stadt Wien“ (heute das „MUK“) zu bewerben.

Zu meiner eigenen Überraschung bestand ich die Aufnahmeprüfung und begann somit meine Gesangsausbildung zum Opernsänger. Relativ bald, noch während meines Studiums im Jahr 2000, durfte ich schon in meiner ersten professionellen Produktion mitwirken, und somit begann eine lange und erfolgreiche sängerische Laufbahn, die mich an viele Theater quer durch Europa und der Welt brachte. Mein sogenanntes „künstlerisches Zuhause“ fand ich dann in der Volksoper Wien, wo ich seit 2009 festes Ensemblemitglied bin. Im März 2020 feierte ich mein 20-jähriges Bühnenjubiläum als professioneller Opernsänger.

 

Das Schauspielen

Neben meiner Tätigkeit als Opernsänger habe ich auch weiter vor der Kamera als Schauspieler gewirkt, eine Leidenschaft, die mich nie verlassen hat. Und so konnte ich in den letzten Jahren bei verschiedenen Produktionen für Kino und Fernsehen mitwirken.

Beide künstlerische Tätigkeiten haben mir immer sehr großen Spaß gemacht, denn sie unterscheiden sich sehr voneinander und sind auf verschiedene Arten sehr anspruchsvoll.

Dank der Tatsache, dass ich über die Jahre auch sehr viele Konzerte mit unterschiedlichsten Orchestern gesungen habe, kam es dazu, dass ich immer wieder auch die Moderationen dieser Konzerte übernommen habe, beziehungsweise allmählich gezielt dafür engagiert wurde. Mit Begeisterung und Freude kann ich so meine professionelle Erfahrung einsetzen, um erfolgreich und unterhaltsam durch eine Veranstaltung jeglicher Art oder Branche zu führen.

 

Das Stimm-Training

Seit ein paar Jahren arbeite ich auch als Stimm-Trainer. Dazu kam es, als immer mehr Menschen außerhalb der Opern- und Schauspielwelt mich fragten, ob ich nicht interessiert wäre, Vorträge und Seminare über die Stimme als Organ und tägliches Arbeits- und Kommunikationsinstrument zu halten. So fing ich an, mit Menschen und ihrer Stimme zu arbeiten, nicht für gesangliche Zwecke, sondern für den Gebrauch im täglichen Leben und für den Einsatz in spezifisch herausfordernden Situationen wie wichtige Gespräche oder Vorträge. Es ist eine Aufgabe, die mich sehr erfüllt und sehr glücklich macht, weil ich spüre, wie ich Personen aus anderen Branchen durch meine künstlerischen Fähigkeiten und mein technisches Fachwissen konkret helfen kann. Heute arbeite ich mit Führungspersönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Branchen.

 

Mein Privatleben

Privat lebe ich mit meiner Frau und meinen 3 Kindern im Süden von Wien. Die gemeinsame Zeit mit meiner Familie hat in meinem Leben absolute Priorität. Das Engagement an der Volksoper Wien erlaubt es mir auch, beruflich nicht allzu viel unterwegs sein zu müssen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich liebe die Luftfahrt und bin passionierter Luftfahrt-Fan (meine Mutter war Flugbegleiterin bei der Alitalia) und so gelang es mir, im Jahr 2012 meinen Flugschein zu erwerben. Seitdem bin ich Privatpilot und genieße in meiner Freizeit gleichermaßen das Meer, das ich dank meines Segelschein immer auf einen Segelboot erlebe, wie auch das Wandern in den Bergen.

Ich bin immer neugierig und interessiert an allem, was meinen Horizont erweitern und meine Persönlichkeit weiterentwickeln kann. Ich versuche immer Neues zu erkunden und neue Fähigkeiten zu erlernen. Ich lebe gerne nach dem Motto des Literatur-Nobelpreisträgers und Dramatikers Gerhard Hauptmann: „Sobald jemand in einer Sache Meister geworden ist, sollte er in einer neuen Sache Schüler werden!“

Wien, im Dezember 2020